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Skitouren zwischen Nordlichtern & Fjorden

Auf Erkundungstour in Island

Für unsere zwölf-köpfige Gruppe geht es Sonntagmittag mit Iceland Air direkt von München nach Rejkjavik. Die Ankunft in Rejkjavik nur 3 Stunden 50 Minuten später fällt ungewohnt isländisch aus. Blauer Himmel und Sonnenschein. Hallo, Winter? Doch wir wissen: Schnee ist in Süd-Island nicht die Regel, gern pendelt das Thermometer leicht um die Null auf und ab. Richtiger Dauerfrost, das ist eher eine Spezialität des Nordens. Nachdem wir noch Getränke, die nicht so leicht einfrieren, im Dutyfree kaufen, machen sich Manny und Samuel auf zum Mietwagenschalter.

Währenddessen decken wir uns noch einmal mit Sandwiches, Snacks und Smoothies ein, denn zwischen uns und unserem Ziel Akureyri liegen 5 Stunden Autofahrt. Unterwegs überwältigen uns bereits die ersten Eindrücke von der wilden und einsamen Landschaft Islands und wir Frauen erfreuen uns an den zahlreichen Isländer Pferden.

Beginnen die Nordlichter am Himmel zu tanzen, ist die Müdigkeit schnell vergessen!

Kurz vor Mitternacht erreichen wir unsere gebuchte Unterkunft. Ein modernes freistehendes Haus mit mehreren Apartments und einem absolut überwältigendem Blick auf Akureyri. Bevor wir jedoch zufrieden über unsere tolle Unterkunft in die Betten fallen, können wir unser Glück kaum fassen - draußen am Himmel sehen wir die ersten Nordlichter flackern.

Frisch ausgeschlafen begrüßt uns auch heute die isländische Sonne und wir machen uns in das 5 Kilometer entfernte Akureyri auf, um uns dort für die erste Skitour zu stärken. Akueryri ist mit 18.103 Einwohnern die viertgrößte Stadt Islands und liegt am Eyjafjörður. Aufgrund der zahlreichen Restaurants, Läden und süßen Cafés werden wir schnell fündig und starten den Tag mit Eiern und Speck für die Männer und Avocado Toast für die Mädels. Nach dem Frühstück machen wir uns voller Vorfreunde auf zur ersten Skitour. Heute steht der Kaldbakur mit 1.258 Metern am Ende des Eyjafjörður auf dem Programm. Auf noch teilweise hartem Schnee geht es hinauf, doch die weiten Abfahrten mit feinstem Firn auf der Südseite und sogar noch etwas windgepressten Pulverschnee zaubert uns allen ein breites Grinsen ins Gesicht. Überglücklich treffen wir Spätnachmittags im Apartmenthaus ein.

Petri Heil!

In unserer Gruppe sind ein paar Männer leidenschaftliche Angler und daher ließen sie es sich nicht nehmen, neben den Tourenski und ABS-Rucksack auch noch eine Angel mit einzupacken. In Island ist die Einfuhr von Angelausrüstungen und Reitbekleidung, die außerhalb Islands in Gebrauch waren, nur gestattet, wenn diese entsprechend desinfiziert worden sind. Kaum Zuhause angekommen, machen sich unsere beiden Fischer auf den Weg zur Essensbesorgung. Der andere Teil fährt in die Stadt um die Einkäufe für das Frühstück am nächsten Morgen und das Abendessen zu besorgen. Im Supermarkt überlegen wir kurz, ob wir uns auf das Anglerglück verlassen können oder doch lieber Plan B in der Hinterhand haben sollten. Da Tourengehen bekanntlich hungrig macht und uns Kartoffel- und Tomatensalat als doch etwas dürftig erscheint, packen wir sicherheitshalber Bratwürste und Spareribs ein. Als die Angler zwei Stunden später ohne Fische zurück kommen, freuen wir uns alle über Plan B.

Ein gutes Frühstück am Morgen vertreibt…

Am nächsten Morgen treffen wir uns um 8:30 Uhr zum gemeinsamen Frühstück in einem Apartment. Wir alle können es kaum fassen, vor uns steht ein reichlich eingedeckter Frühstückstisch mit frischgeschnittenem Obstsalat, Müsli, Kaffee, Tee, Orangensaft, Toast, Bagels, selbstgemachte Marmeladen und fein aufgeschnittene Wurst- und Käseplatten aus dem Kleinwalsertal. Und mittendrin hantiert gutgelaunt Joachim mit den Spiegeleiern. Er erklärt uns kurz, dass er immer dann aufsteht wenn es hell wird und er gerne am Morgen schon sehr aktiv ist. Auch in den nächsten Tagen werden wir immer wieder von Joachims kulinarischen Mitbringsel überrascht, sodass wir uns am Ende fragen, wo um Himmelswillen hat er die ganzen leckeren Sachen im Gepäck verstaut.

Nach diesem fulminanten Frühstück packen wir unsere Sachen um am heutigen Tag gleich zwei Gipfel, den Jökulkollar und den Savdaneshnjukar, zu begehen. Bei der Tour treffen wir immer wieder auf seltsame Spuren im Schnee. Nach kurzem rätseln fällt uns ein, dass Island auch für seine Skidoo -und Catskitouren bekannt ist. Auch heute ist Petrus ganz auf unserer Seite und so dürfen wir uns über ein sonniges und windstilles Päuschen am Gipfel mit einem unglaublichen Blick aufs weite Meer hinaus, freuen. Am Horizont lassen sich sogar die Umrisse von Grönland erahnen, dass ca 500 Kilometer Luftlinie entfernt liegt. Frisch gestärkt und nach ein paar Gipfelfotos erwartet uns eine Firnabfahrt mit insgesamt 1.200 Höhenmetern. Bevor es wieder Richtung Apartmenthaus geht, genießen wir auf der Sonnenterrasse des Kaffihús Bakkabræðra in Dalvik eine typisch isländische Fischsuppe oder lassen uns mit frischgebackenem Skúffukaka - isländischer Schokoladenkuchen, gut gehen. Zurück in den Apartments klingen wir den Abend bei Scampi- und Lachs (gekauft nicht geangeltJ) und einem anschließendem Jacuzzigang mit Dosenbier aus.

Es geht hoch hinaus...

Heute heben wir ab. Und zwar mit Artic Heli Skiing. Mittels Helikopter werden wir auf einen der 600 möglichen Heliskigipfel abgesetzt um dann dreimal abzufahren und zweimal aufzusteigen. Auch das Wetter spielt wieder mit. Bluebird. Keine Wolke, soweit das Auge blickt. Pünktlich treffen wir in der Lodge ein. JB, der Besitzer, empfängt uns und erläutert Manny und Samuel den Plan. Nach einer ausführlichen Einweisung und den Benimmregeln beim Helikopter fliegen – Heckrotor meiden und nicht die Skischuhe beim Einsteigen an der 50.000-Dollar-Tür abschlagen – drehen sich auch schon die Rotoren. Direkt von der Lodge geht es los, die Flugzeit beträgt 10 Minuten. Bevor wir 400 Höhenmeter aufsteigen stehen 500 Höhenmeter unverspurter Pulver für uns bereit. Der erste Aufstieg hinter uns gelassen, eröffnet sich ein Panorama und weite Hänge vor uns, dass selbst der erfahrenen Bergführer Manny nicht mehr aus dem Staunen kommt. Wir wedeln voller Freunde und Glück den Hang hinunter und hören immer wieder Joachims Freudenschreie. Wie vom Piloten angekündigt zieht gegen Mittag etwas Wind auf, nachdem wir uns aber im letzten Aufstieg mit knapp 600 Höhenmetern befinden, kommt die Brise genau richtig. Am zweiten Gipfel angekommen wartet eine Firnabfahrt mit 1.300 Höhenmetern zur Lodge, unserem Ausgangspunkt des heutigen Tages, auf uns. Mehr als zufrieden, lassen wir den erlebnisreichen Tag bei einem guten Steak oder Sushi im RUB 23 – einem erstklassigen Restaurant in Akureyri - Review passieren.

Der Sprung ins heiße Wasser

Wir starten wieder mit einem ausgiebigen Frühstück und zahlreichen Leckereien aus Joachims Kässtadl in den Tag. Für heute lassen wir es etwas gemütlicher angehen. Bevor wir in das Mývatn -Gebiet aufbrechen machen wir eine kurze Skitour von 800 Höhenmetern. Im Gebiet rund um den Mückensee (Mývatn) im Nordosten Islands ist die Vielfalt vulkanischer Bildungen besonders stark ausgeprägt. Mit 37km² ist er der viertgrößte See Islands und liegt 278m über dem Meeresspiegel. Das ganze Gebiet ist auch heute noch vulkanisch aktiv, da die Grenze zwischen der Eurasischen und der Amerikanischen Kontinentalplatte verläuft. Dass dieses Gebiet noch sehr aktiv ist, erkennen auch wir, denn Wege führen durch ein Gebiet, in dem Schlammtümpel blubbern, Erdspalten sich öffnen und kleine Schlote ein Gemisch aus Wasser und Dampf in die Höhe schießen. In der Luft liegt der Geruch von faulen Eiern, sodass zum Teil nur noch Luftanhalten hilft. Nur ein paar Kilometer weiter finden wir das Mývatn Nature Bath – es kann dort zwischen verschiedenen Becken mit einer Temperatur von 36° – 40° Grad ausgewählt werden.

Traumtour über Olafsfjördur

So langsam neigt sich die Woche dem Ende zu. Wegen der Schlechtwettervorhersage für Samstag, beschließen wir heute noch einmal eine längere Skitour zu machen. Beziehungsweise wir trennen die Gruppen auf. Manny übernimmt die Herren und Samuel macht zusammen mit den Mädls eine kürzere Skitour. Aufgrund der prächtigen halbwilden Islandpferdeherden, stand für uns Frauen bereits am ersten Tag fest, dass wir eine Reittour machen möchten. Gerne hätten wir die Jungs auch dafür begeistert, aber Pferde sorgten eher für mäßige Begeisterung bei unseren Männern.

Wie vorhergesagt werden wir heute zum ersten Mal nicht von der Sonne geweckt. Daher beschließen wir direkt mit den Mietwägen Richtung Rejkjavik zu fahren um dann vor Ort die Hauptstadt Islands zu erkunden. Schnell erleben wir eine pulsierende Stadt mit nordischem Flair. Auch die Kunst- und Kulturszene der Stadt macht sich bemerkbar und so versteht man die Auszeichnung zur Europäischen Kulturstadt im Jahr 2000. Neben vielen modernen architektonischen Bauten prägen das Stadtbild auch noch kleine süße nordische Häuser. Nach einem kurzen Stadtbummel treffen wir uns alle zum Steakessen. Manny hat für uns das Restaurant ausgesucht und dementsprechend hervorragend sind Ambiente und die Küche. Nach Wahlfisch, Fisch und Rind in verschiedenen Variationen stoßen wir auf eine gelungene Island-Erkundungstour an und sind uns alle bei einem einig - Island bietet alles was das Tourengeher-Herz höher schlagen lässt und hat uns nicht das letzte Mal gesehen.